WetterwarnungGewitter

Aus unserer Chronik

1874 - 1899: Von der Gründung zum Jahrhundertwechsel

Abb. 1: Die Mannschaft vor dem Haus Meng

Schon von alters her war man in Botnang bemüht, eine Art Feuerpolizei auszuüben, die sogenannten Feuerschauer. Ihre Aufgabe bestand darin, die Sicherheitsvorkehrungen in den Haushalten und das Vorhandensein der vorgeschriebenen Feuerlöschgeräte zu überwachen.

Aufgrund einer großen Brandkatastrophe im Nachbarort Zuffenhausen, wurde bei einer Sitzung des Botnanger Gemeinderates am 28.11.1873 der Beschluss; gefasst, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Hierbei gab es auch, wegen der hohen Kosten für die Botnanger Gemeinde, einige Gegenstimmen. 96 Männer meldeten sich daraufhin zum freiwilligen Dienst in der neu zu gründenden Feuerwehr.

Am Sonntag, den 12.4.1874 fand die Gründungsversammlung im Rathaus statt.

Unter dem Vorsitz von Schultheiß Baumgärtner wurde die von einem Komitee vorbereitete Satzung beschlossen. Oberamtbaumeister Zimmermann wurde von den 82 Anwesenden zum 1. Kommandanten gewählt, ebenso die einzelnen Zug- und Rottenführer. Die Mannschaft und ihre Führer wurden in vier Züge eingeteilt:

Abb.2: Die Fahne

Außerdem gehörte auch ein Musikzug zur Feuerwehr, dieser bestand anfangs aus 4 Tambours (Trommler) und 5 Hornisten. Von ihnen wurden die taktischen Signale, wie z.B. "zum Angriff" oder "Rückzug", beim Einsatz bzw. Übungsdienst gegeben.

Nachdem die Botnanger Feuerwehr nunmehr gegründet war, galt es die umfangreiche Ausrüstung zu beschaffen. Dies nahm aus Kostengründen, ebenso wie auch aus Herstellungsschwierigkeiten die Zeit bis 1876 in Anspruch. Mit Feuereifer übten die Mannschaften einzeln und gemeinsam an ihren neuen Geräten, um im Falle eines Brandunglückes sofortige Hilfe leisten zu können. Alarmiert wurde über eine Sturmglocke am Kirchturm sowie mit Horn- und Trommelsignalen. Sturmglocken waren kleine, schnell zu läutende Glocken mit hohem Klang.

Anlässlich des im August stattfindenden Feuerwehrtages in Stuttgart, wurde am 3. Juni 1877 die Anschaffung einer Fahne beschlossen; welche leider im 2. Weltkrieg verloren ging.

Im Jahre 1899 konnte die Wehr stolz auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass wurde morgens um 6.30 Uhr ein großes Fest mit Hornsignalen und Schüssen eröffnet. Der Wettergott hatte an diesem Tag kein Einsehen mit den Feuerwehrmännern und lies es den ganzen Morgen regnen. Um 14.00 Uhr ertönten erneut Hornsignale zur Aufstellung des Festzuges, der sich durch die Straßen - vorbei an den bunt geschmückten Häusern - zur Turnhalle hin bewegte. Dort fand der festliche Abschluß mit umfangreichem Programm statt. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Feuerwehr folgende Ausrüstung vorweisen: 14 Wasserbutten, 1 Zweiradhanddruckspritze, 1 Vierradhanddruckspritze (Handzug), 1 Schlauchkarre, sowie diverse Leitern.

1900 - 1932: Die Eingemeindung nach Stuttgart

Abb.3: Übung zum 40jährigen Jubiläum 1914

Der Steigerturm in der Gartenstraße (heute Franz-Schubert-Straße / neben Schreibwaren Amling) war für die stetig wachsende Wehr, mit ihrem immer umfangreicher werdenden feuerwehrtechnischen Gerät, nicht mehr ausreichend. Bei der Planung des im Jahre 1910 neu erbauten Mädchenschulhauses wurde deshalb auch ein Feuerwehrgerätehaus vorgesehen. Dies konnte die Feuerwehr 1912 beziehen.

Am 12. Juli 1914 feierte die Feuerwehr Botnang ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem 3-tägigen Fest. Geboten wurde eine Schauübung am Knabenschulhaus, ein großer Umzug und ein Festbankett in der Turnhalle.

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden viele Kameraden zum Waffendienst gerufen. Nach Kriegsende war die Mannschaft sehr ausgedünnt. Die dadurch entstandenen Lücken mussten von den älteren Kameraden geschlossen werden.

Im Zuge der 1922 erfolgten Eingemeindung Botnangs zur Stadt Stuttgart wurde die Freiwillige Feuerwehr Botnang, entsprechend der Feuerlöschordnung für den Gemeindebezirk Stuttgart, dem Branddirektor unterstellt. Dies hatte zur Folge, dass die Feuerwehr Botnang im Jahre 1924 mit zwei Weckerlinien, aus insgesamt 31 Alarmglocken bestehend, an das Fernmeldenetz der Stuttgarter Berufsfeuerwehr angeschlossen wurde. Außerdem wurde mehr und mehr eine Modernisierung der Ausrüstung vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde die Botnanger Wehr mit Atemschutzmasken (Typ DEGEA-Drell), zum Teil als Ersatz von Mundschwämmen ausgestattet. Weitere Atemschutzmasken wurden im Jahre 1925 angeschafft. Ihr 50-jähriges Jubiläum feierten die Botnanger Wehrmänner ebenfalls im Jahre 1924.

Abb.4: Der Musikzug

Zum 1. Januar 1929 bestand die Botnanger Feuerwehr aus 142 Mann. Als Ausrüstung standen: 1 Handdruckspritze 2 Maschinenleitern, 2 Gerätekarren, 2 Hydrantenwagen, 1 große Auszugsleiter und 1 Schlauchsammelwagen zur Verfügung.
Am 16. März 1929 wurde ein Vertrag mit der damaligen Musikalischen Vereinigung zur Übernahme der Feuerwehrmusik abgeschlossen. Anlaß war, dass der eigene Musikzug nur noch 5 Mann stark war und der Dirigent Rommetsch demnächst von Botnang wegziehen wollte. Durch die Weltwirtschaftskrise ging die Ausstattung des Musikzuges nur schleppend voran.

Am Dienstag, 22. Dezember 1931, wurde um 15 Uhr die Weckerlinie alarmiert. In kürzester Zeit war die Mannschaft vollzählig zur Stelle und wurde mit einem Auto, das von der Stadtverwaltung bereitgestellt wurde, zu dem schon seit 30 Stunden wütenden Großfeuer im Alten Schloß nach Stuttgart gefahren. Für den Einsatz, der "mit vorbildlicher Hingabe" ausgeführt wurde, erhielten sie und die anderen eingesetzten Kräfte ein Dankschreiben des Herrn Staatspräsidenten von Württemberg. Der Einsatz erstreckte sich auf über sechs Stunden, bei minus 12 Grad Kälte.

1933 - 1945: Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

Abb.5: Der 1. Mai 1933

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933, gab es einschneidende Veränderungen für die 130 Mann starke Feuerwehr. So wurde die Botnanger Feuerwehr in die Ausbildungen zum Luftschutz mit einbezogen. Durch das Gesetz über das Feuerlöschwesen von 1938 wurde auch die Botnanger Feuerwehr der Polizei angegliedert und hatte den Status einer Hilfspolizeitruppe. Dies machte die Feuerwehr zu einer halbmilitärischen Organisation und der Begriff Freiwilligkeit war im Sinne des Wortes nicht mehr gegeben. Die vorhandenen Württemberger Uniformen und Lederhelme wurden in diesen Jahren durch schwarze Wehrmachtshelme und die Reichseinheitlich angeordnete dunkelblaue Jacke (Waffenrock) und schwarze Hose ersetzt.

Die Dienstgradabzeichen (Schulterstücke) unterschieden sich nur unwesentlich von denen der Polizei. Weiteres äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zur Polizei war die grüne Lackierung der Feuerwehrfahrzeuge und das Führen des Polizeihoheitsabzeichens am Fahrer-/Mannschaftsraum sowie das Kfz-Kennzeichen beginnend mit POL-.... . Kameraden die nicht voll einsatzfähig waren, mussten auf Anweisung in die Altersabteilung wechseln. 1938 wurden Teile der Feuerwehr Botnang zum SHD (Sicherheits- und Hilfsdienst) in die F + E Abteilung Nord (Feuerlösch- und Entgiftungsdienst) abgestellt. Der SHD diente der Hilfeleistung nach Luftkriegsschäden.

Abb.6 SHD mit dem LF 15-11

1934 stand die Feier des 60-jährigen Bestehens an. Die Festlichkeiten fanden im kleineren Rahmen, in Form eines Unterhaltungsabends, in der Liederkranzhalle statt. Nachdem im Jahr 1933 durch den Anschluss von Fuhrunternehmern an die Weckerlinie, der Materialtransport motorisiert wurde, konnte eine Magirus Kleinkraftspritze Goliath mit 26 PS Breuer Motor in Dienst gestellt werden.
1937 wurde jeder Freiwilligen Feuerwehrabteilung ein Angehöriger der Berufsfeuerwehr Stuttgart als Verbindungsmann zugeordnet, mit den Aufgaben die Wehr in beratender Funktion zu unterstützen.
Das Jahr 1937 war für die Botnanger Feuerwehr bezüglich Ausrüstung sehr ereignisreich: Anfang des Jahres erhielt die Wehr ihr erstes motorisiertes Fahrzeug, eine Kraftspritze älteren Baujahres, aus dem Bestand der Berufsfeuerwehr.

Abb.7: Der Feuerwehr-Bergungstrupp

Am 26. Oktober 1937 wurde eine Auto-Groß-Motor-Leiter ebenfalls aus dem Bestand der Berufsfeuerwehr übernommen. Im selben Jahr wurde eine Ausrüstung mit Heeresatmer (Atemschutzgerät) vorgenommen.
In den Bombennächten des 2. Weltkrieges leisteten die Feuerwehrmänner im SHD, nicht nur in ihrer Heimatgemeinde, nahezu unvorstellbaren Einsatz. Oft mussten Groß- und Flächenbrände nach Luftangriffen in anderen Städten, beispielsweise in Karlsruhe und Mannheim bekämpft werden. Mit Fortschreiten des Krieges wurden immer mehr Männer zur Wehrmacht eingezogen. Die fehlenden Löschkräfte wurden durch Ältere oder sogar durch Dienstverpflichtete Ukrainer ab 1943 ergänzt. Für die Feuerwehrfahrzeuge wurde Benzin oft aus englischen Flammstrahlbomben, von denen 40% pro Luftangriff nicht losgingen, entnommen.
1942 wurde an die Feuerwehr Botnang bzw. dem F + E Dienst ein neues Löschgruppenfahrzeug (SLG / LF 15-5) ausgeliefert. Eine Kraftzugspritze mit Tragkraftspritzenanhänger und 9 Mann waren beim örtlichen Polizeirevier als Feuerwehr und Bergungstrupp stationiert. Während des Krieges wurden Fahrzeuge auch in einer Halle in der Kauffmannstraße (heute Fahrzeughalle "der kleine Stuttgarter") untergestellt. Hiermit sollte vermieden werden, daß bei einem Bombentreffer alle Fahrzeuge auf einmal zerstört würden.

1945 - 1973: Nachkriegszeit, Leistungsabzeichen und Funkalarmierung

Nach dem 2. Weltkrieg stand der Feuerwehr Botnang das LF 8-14, ein umgebauter Sanitätswagen Baujahr 1922 mit Tragkraftspritzenanhänger und das LF 15-5 zur Verfügung. Die Drehleiter DL 25-7 wurde an das Tiefbauamt zur Trümmerbeseitigung abgegeben. Als Ersatz erhielt die Botnanger Wehr die Drehleiter DL 22-2. 1946/47 musste das LF 8-14 ausgemustert werden. Im November 1948 wurde das LF 15-5 an die Feuerwache 2 abgegeben und durch das baugleiche LF 15-9 ersetzt. Dieser Tausch musste 1954 wieder rückgängig gemacht werden, da das Fahrzeug auf der Feuerwache 2 in der Fahrschule eingesetzt wurde und dadurch eine hohe Kilometerbelastung hatte. 1950 musste die Drehleiter DL 22-2 an die wieder in Betrieb genommene Feuerwache 2 abgegeben werden. 1955 wurde der Botnanger Feuerwehr die DL 26-4 Baujahr 1932 zugeteilt. Sie blieb bis 1958 in Botnang.
Da nach dem Krieg die Fernmeldeleitungen größtenteils zerstört waren, gestaltete sich die Alarmierung sehr schwierig. So ist beispielsweise ein Hochwassereinsatz bekannt, bei dem Kommandant Otto Wehle die Mannschaft persönlich alarmiert hatte. Erst 1954 wurde wieder eine Weckerlinie eingerichtet.
1960 wurde ein LF 8-10 von Büsnau und der TSA 8-17 von Rotenberg nach Botnang verlegt wo sie allerdings nur für kurze Zeit verblieben. 1960 / 61 musste der alte Steigerturm im Zuge des Neubaus der Turn- und Versammlungshalle weichen.

Abb.8: Übergabe des Käfer an Otto Wehle

1964 legten die Kameraden Robert Weidle, Wolfgang Kretschmaier, Rudi Kirschbaum, Karl Rampmaier, Manfred Fetsch, Gerhard Schaible, Siegmar Schön, Fritz Krämer, Walter Hipp, Dieter Epple und Heinz Merk das bronzene Leistungsabzeichen an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal ab. Im gleichen Jahr konnte das 90-jährige Jubiläum gefeiert werden Hierzu lud die Feuerwehr zu einem bunten Abend in die Turn- und Versammlungshalle nach Botnang ein.
Am 1. März 1967 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Viele der heute aktiven Kameraden begannen dort mit ihrer Ausbildung. In diesem Jahr übernahm Robert Weidle das Amt des Kommandanten. Der in 22 Jahren als Kommandant erfolgreiche Otto Wehle wurde zum Ehrenkommandant ernannt. Als Dank für seine langjährige, verdienstvolle und kameradschaftliche Tätigkeit schenkte ihm seine Mannschaft einen VW Käfer zum Abschied.
Im Jahr 1959 wurde der Botnanger Feuerwehr ein Löschguppenfahrzeug (LF 25-16) übergeben. Das in der darauf folgenden Zeit in Dienst gestellte zweite Löschgruppenfahrzeug (LF 25-9) wurde im Jahr 1968 gegen ein LF 16 TS ausgetauscht. Das verbliebene LF 25-16 wurde im Winter 1972 ausgemustert. Zu diesen Fahrzeugen ist noch zu erwähnen, daß mancher Fahrer nur mit einem B-Schlauch im Rücken die Pedale bedienen konnte.

Eine große Entlastung, nicht nur für die Feuerwehrmänner, sondern auch für Ihre Familien und Nachbarn, brachte 1972 die Ausrüstung mit 25 Funkmeldeempfängern. Dadurch entfiel die seit 1954 eingerichtete Weckerlinie. Ein großer Vorteil der Funkalarmierung war sicherlich die Möglichkeit, direkt nach dem Alarmsignal wichtige Informationen durchzugeben. Den letzten großen Dienst leisteten die Weckerglocken am 15 .August 1972, als sie die Botnanger Feuerwehr zur großen Unwetterkatastrophe nach Stuttgart riefen. Hierbei waren zum ersten Mal nach dem Krieg sämtliche Kräfte der Stuttgarter Feuerwehr im Einsatz.
1973 wurde aus eigenen Mitteln ein VW-Bus beschafft. In mühevoller Kleinarbeit wurde der Unfallwagen mit viel Eigeninitiative hergerichtet und für den Feuerwehreinsatz ausgebaut. Seine Tauglichkeit stellte er schon bei den Vorbereitungen für das anstehende 100-jährige Jubiläum unter Beweis.

1974 - 1986: 100jähriges Jubiläum und ein neues Gerätehaus

Abb.9: Schauübung am Jubiläum

Im April 1974 war es soweit: die Botnanger Feuerwehr konnte ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Hinter ihr lag eine schwierige Zeit mit Höhen und Tiefen, dazwischen zwei Weltkriege. Jederzeit gelang es der Wehr, Tag und Nacht, zum Wohle der Bevölkerung ihren Mann zu stehen. Dieses Fest wurde im Juni über drei Tage gefeiert. Zu Beginn stand ein Festakt für geladene Gäste auf dem Programm.

Am zweiten Tag öffnete das Festzelt seine "Planen". Mit viel Musik und einer Schauübung in der Regerstraße ging es auf den Höhepunkt des Festes zu. Pünktlich um 19.30 Uhr ergriff Jonny Buchardt das Wort und kündigte Roberto Blanco an. Für die musikalische Begleitung sorgte Karl Kugler mit seinem "Internationalen Showorchester".

Abb.10: Schauübung am Jubiläum

Ein weiterer Höhepunkt war der große Festzug am Sonntag. Voller Stolz konnte die Botnanger Feuerwehr ihr lang ersehntes Tanklöschfahrzeug (TLF 8) präsentieren. Dieses, auf der Welt und in dieser Form nur einmal gebaute Fahrzeug, ist bis heute im Dienst. Eine große Bewährungsprobe hatte dieses TLF im August 1975 bei der "Überlandhilfe" zur Waldbrandbekämpfung in Celle / Niedersachsen

Abb.11: Roberto Blanco

Ein großer Wunsch der darauffolgenden Jahre war ein neues Gerätehaus. Die Räumlichkeiten im damaligen Magazin, Franz-Schubert-Schule, boten keine ausreichende Unterstellmöglichkeit für Fahrzeuge und Geräte mehr. Auch das Abhalten von Unterrichten und Kameradschaftspflege war nicht möglich. Solche Aktivitäten fanden in verschiedenen Botnanger Lokalitäten statt.

Nach einigen Rückschlägen konnte im Dezember 1978 endlich mit dem Bau eines neuen großzügigen Gerätehauses in der Nöllenstraße 13 begonnen werden. Auch hierbei zeigte die Feuerwehr großes Engagement. In endlosen Arbeitsdiensten wurde der Bauplatz gerodet, Roh- und Ausbauarbeiten tatkräftig unterstützt. Selbst der Einbruch von Grundwasser in die Baugrube stellte keinen Grund zur Verzögerung dar.

Abb.12: Schlüsselübergabe durch OB Manfred Rommel

Anlässlich der Einweihungsfeier am 7. Oktober 1980 übergab Oberbürgermeister Manfred Rommel an Kommandant Robert Weidle die Schlüssel für das neue Gerätehaus. Dies wurde mit einem zweitägigen Magazinfest gefeiert. Die Magazinfeste sind seit jeher bei den Botnangern außerordentlich beliebt. Die geräumige Fahrzeughalle bietet mehr Möglichkeiten, auch war man von nun an wetterunabhängig.

Abb.13: Ein Magazinfest

1984 durfte sich die Botnanger Feuerwehr gleich über zwei neue Fahrzeuge freuen. Das achtzehn Jahre alte Löschfahrzeug (LF 16 TS) wurde vom Bund gegen ein Neues ausgetauscht. Ferner wurde ein Rüstwagen (RW 1) auf Unimog Fahrgestell übergeben. Zusammen mit dem in den Jahren zuvor von der Berufsfeuerwehr erhaltenen Schlauchwagen (SW 2000), verfügt die Feuerwehr bis heute über einen beachtlichen Fuhrpark. Der Rüstwagen brachte außerdem eine weitere Erneuerung: dieses Fahrzeug wird bei Unfällen und technischer Hilfeleistung auch über die Grenzen von Botnang hinaus eingesetzt.

1987 - 1998: Neue Herausforderungen

Abb.14: Kommandowechsel

1987 stand ein weiterer Wechsel in der Leitung der Abteilung an. Kommandant Robert Weidle beendete seine Tätigkeit nach 42 Jahren an der Führungsspitze, 20 Jahre als Kommandant, davor 22 Jahre als Stellvertretender Kommandant. Für diese Tätigkeit dankten ihm die Kameraden mit der Ernennung zum Ehrenkommandanten. Er hatte nicht nur in dieser Zeit für den Neubau des Gerätehauses gesorgt, sondern durch seine sehr guten Kontakte zur Branddirektion die technische Ausrüstung der Feuerwehr vorangetrieben. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger 1. Stellvertreter Siegmar Schön zum Kommandanten gewählt, der dieses Amt bis heute ausübt.
Am 17. Oktober 1987 hatte die Botnanger Feuerwehr einen Großbrand in der Beethovenstraße zu bekämpfen. Die Explosion von Gasflaschen zeigte bei diesem Einsatz, wie gefährlich der Dienst der Feuerwehr ist.

Abb.15: Aufräumarbeiten nach dem Sturmtief Wiebke

Größere Mühen bereiteten die beiden Sturmtiefs Wiebke und Vivien im Jahr 1990. Während zahlreichen Einsätzen und freiwilligen Arbeitsdiensten wurden, zusammen mit anderen Wehren, die Waldwege von umgestürzten Bäumen geräumt.
Im Juni desselben Jahres ging es wieder in den Wald zu einem großen Ölunfall am Katzenbacher See. Zwei Tage galt es einen verschmutzten Bachlauf von Schweröl zu säubern.
1990 musste die Feuerwehr Abschied von Ihrem alten VW-Bus MTF 5 nehmen. Als Ersatz wurde ein MB 100 MTF 13 übergeben.

1992 konnte die Jugendfeuerwehr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Das Fest wurde mit einer Ausstellung in den Räumen der Landesgirokasse (heute Landesbank Baden-Württemberg) in der Eltinger Straße und der Ausrichtung einer Orientierungsfahrt für die Stuttgarter Jugendfeuerwehren begangen.

Abb.16: Übergabe des neuen SW 2000-Tr

1995 wurde der Schlauchwagen (SW 2000) ausgemustert. Dieses Fahrzeug wurde zwei Jahre später, 1997, vom Bund ersetzt. Das neue Fahrzeug ein SW 2000 hat mehrere Vorteile, es kann auch als Transportfahrzeug verwendet werden. Im Jubiläumsjahr 1999 besteht die Feuerwehr Botnang aus 52 Aktiven, 9 Mitglieder der Altersabteilung und 23 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Blickt man auf die Anfänge der Feuerwehr Botnang zurück, so galt es anfangs den Brandschutz für 2.000 Einwohner sicherzustellen. Mittlerweile ist die Bevölkerung des Stadtteils Botnang auf über 13.000 Einwohner gestiegen. Stadtbahntunnel, viele Hochhäuser und ein größeres Waldgebiet haben den Aufgabenbereich erweitert. Mit der Stationierung von Sonderfahrzeugen (RW 1 / SW 2000) wird durch die Botnanger Feuerwehr ein großer Teil des Stuttgarter Stadtgebietes abgedeckt. Auch ist in den letzten Jahren das Einsatzgebiet nach Feuerbach und Stuttgart West erweitert worden. Dadurch hat sich die Einsatzzahl von anfänglich weniger als 10 auf heute über 50 Einsätze pro Jahr erhöht. Außerdem steht die Feuerwehr bei sonstigen Aktivitäten, wie beispielsweise dem Stuttgarter Stadtlauf, sowie dem Botnanger Straßenfest und dem Laternenumzug ihren Mann.

Rückblickend auf 125-Jahre erfolgreiche Feuerwehrgeschichte ist der größte Wunsch für die Zukunft, dass die Mitglieder der Feuerwehr von Unfällen verschont bleiben.

Das Jahr 1999: 125 Jahre FF Botnang und ein Jahrhundertsturm

Das Jahr 1999 war geprägt von den Feierlichkeiten zum 125 jährigen Jubiläum. Der offizielle Teil für geladene Gäste fand am 26. Juni in der Liederkranzhalle statt. Bei reichlich Speis und Trank wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Offen für Alle war dann das große Fest am 9. und 10. Juli in und rund um die Turn- und Versammlungshalle Botnang. Während am Freitag die Jugend bei der Band "Voice" und Ria Hamilton abfeierte, gehörte das Gelände am Samstag ganz den Kindern. Daneben gab es Musik vom Feinsten, eine Schauübung des Feuerwehrvereins Stuttgart und eine große Fahrzeugschau mit historischen und aktuellen Fahrzeugen der Feuerwehr Stuttgart. Leider spielte das Wetter nur teilweise mit, so dass trotz gutem Besuch doch noch einige Plätze frei blieben. Die Einsatzzahl stieg von 51 Einsätzen 1998 auf 74 Einsätze 1999. Damit ist das Jahr 1999 das mit den zweit meisten Einsätzen für uns überhaupt. Hauptursache dafür waren zum Einen viele mutwillig gelegte Kleinbrände im Frühling, sowie die Wetterkapriolen gegen Jahresende. So sorgte allein der starke Wintereinbruch vor Weihnachten für 3 Einsätze. Den Schlusspunkt in diesem ereignisreichen Jahr setzte dann das Orkantief Lothar am zweiten Weihnachtsfeiertag. Dabei fuhren wir zwei Tage lang ungezählte Einsätze, die in die Statistik "nur" als die beiden Alarmierungen am 25. bzw. 26. Dezember eingingen. Aufgrund der befürchteten Computerpannen zum "Millennium" war auch eine kleine Gruppe aus unseren Reihen an Silvester und Neujahr auf Bereitschaft im Gerätehaus. Der Aufenthaltsraum wurde kurzerhand zum festlich geschmückten Speisesaal und gemeinsam mit Kind und Kegel feierten wir alkoholfrei ins neue Jahr. Wie wir heute ja alle wissen blieben das befürchtete Chaos aus, so dass wir lediglich einen Mülleimer zu löschen hatten.

Das Jahr 2000 oder Y2K, wie die Informatiker sagen!

Gerade war die Bereitschaft zum Jahrtausendwechsel vorbei, da wartete auch schon ein "heißer" Januar mit 8 Einsätzen auf die Aktiven Abteilung. Insgesamt ging die Einsatzzahl auf 60 zurück. Besonders erwähnenswert ist sicher der Einsatz am 8. Mai,: Während des Vortrages von unserem Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster gingen bei der Botnanger Bürgerversammlung die Piepser los und eine beachtliche Anzahl "Aktiver" die Turn- und Versammlungshalle unter dem Beifall der anwesenden Botnanger Bürgerinnen und Bürger in raschen Schritten Richtung Gerätehaus verließ. Am 9. Juni beteiligten wir uns mit einer Schauübung an den Feierlichkeiten zur ersten urkundlichen Erwähnung Botnangs vor 925 Jahren. Am Bürgerhaus führten wir zwei Übungen durch, zunächst einen Brandeinsatz mit Menschenrettung, anschließend zeigten wir unser können in der technischen Rettung bei einem simulierten Verkehrsunfall. der Unfall wäre beinahe nicht Zustande gekommen, da die Fahrzeugschlüssel der Unfallfahrzeuge verschwunden waren. Schließlich wurden Sie doch noch im Gerätehaus aufgetrieben.